Cause of Death

Cause of Death

Nach dem Ausleihen steht der Film 48 Stunden lang zum Ansehen bereit.

Sprache Englisch
Untertitel Spanisch und Französisch
Genre Artist Film, Animation, Avantgarde/Kunst
Land Südafrika, Österreich
Jahr 2020
Regie Jyoti Mistry
Länge 20 Minuten
Altersempfehlung Film 18 Jahre

crush, beat, drown, hang, burn. Femizid. „Der Ausgangspunkt: wie die Bilder der Frauen geschichtlich marginalisiert sind in den Archiven oder auch wie sie abgebildet wurden.“ (Jyoti Mistry, shortsblog.berlinale.de). Die Karteikarte ‚cause of death’ eines anonymen Autopsieberichtes dokumentiert gewalttätige Angriffe. Jyoti Mistry baut fünf Mini-Vignetten im Rhythmus der beschwörenden Spoken-Word Poesie von Napo Masheane. Eine hochgradig unverträgliche Sammlung von archivarischen bits and pieces aus dem EYE-Filmmuseum, Material aus ethnografischen Filmen, Revuefilmen, Körperkulturfilmen. Femizid, Hexenverfolgung, Steinigung. Disziplinierte und undisziplinierte Körper, fröhlich und überbordend und vorsichtig und anonym. Schauwerte und Zumutungen verschränken sich in einem ununterbrochenen Strom von Loops und Beschleunigungen, Kreis- und kollektiven Tanzbewegungen, Mädchengruppen-Ornamenten. Skizzenhafte Markierungen und Ankreuzungen in den Bildern evozieren eine bezeichnende und diskriminatorische Macht. Aufblitzende oder sich eingrabende Röntgenaufnahmen von Knochenstrukturen, die unter den behandelten und malträtierten Körpern aufscheinen, dazu die Schläge, das Brechen, das Poltern von Steinen. Die intensiven Blicke in die Kamera, von Stolz und von gebrochenem Stolz, von Erwartung und Präsenz und tiefer Erfahrung. Deep scars... Anonymus was once a girl... when nameless unknown anonymous dies...


„Die Frau mit dem neugierigen und prüfenden Blick am Ende des Films finde ich sehr eindringlich. Sie ist auf eine Weise alltäglich und doch ist sie unverwechselbar und ihr Starren in die Kamera fesselt, weil sie fordert gesehen zu werden.“ (J.M.)
(Madeleine Bernstorff)


Der weibliche Körper ist immer in Gefahr. Ein Autopsiebericht beschreibt die physischen Einwirkungen, die zum Tod führen, schweigt aber über jene strukturelle und wiederkehrende Gewalt, die häufig die Ursache für Femizide ist. Mithilfe von archiviertem Filmmaterial, Animationen und Spoken Word Poetry werden zugrunde liegende Mechanismen aufgedeckt und die strukturelle Gewalt gegenüber Frauen sichtbar gemacht. (Berlinale Katalog 2020)

 

Jyoti Mistry ist Professorin für Film an der Universität Göteborg und hat Filme in verschiedenen Genres gedreht, die von der Kritik hochgelobt wurden. Sie hat Werke über Filmpraktiken und künstlerische Forschung veröffentlicht und arbeitet intensiv mit Archiven als eine Strategie der Dekolonisation. Ihr Interesse gilt der Verbindung zwischen der Politik der Ästhetik und der Ethik. Ihr jüngstes Projekt ist eine Trilogie über Race, Gender und Sexualität: When I grow up I want to be a black man (2017), Cause of death (2020) und Loving in between (im Erscheinen).

 

 

Nach dem Ausleihen steht der Film 48 Stunden lang zum Ansehen bereit.